
Für FELINIO ist Musik nicht nur ein Job – sie ist seine Leidenschaft, sein kreatives Ventil und seine Lebenseinstellung. Felix Renner, so der Name des Künstlers, ist ein vielseitiger Elektro- und Kontrabassist aus München, der an vielen verschiedenen Musikprojekten beteiligt ist.
Musik ist seit seiner Kindheit ein ständiger Begleiter. Mit Schulensembles wie Big Band, Orchester, Chor und Schulband war ein Musikstudium fast unausweichlich. Und als Sänger und Bassist bei/als FELINIO kommen natürlich mehrere Disziplinen zusammen.
In diesem Q&A spricht er darüber, was ihn inspiriert, wie er beim Schreiben von Songs vorgeht und welchen Herausforderungen er sich stellt, oder auch darüber wie „Greifarmautomat“ entstanden ist und seine Liebe zu Spielen. FELINIO ist ein Künstler mit Herz, Humor und Vielseitigkeit – also taucht ein in seine musikalische Welt und hört seinen aktuellen Song „Greifarmautomat“.
Q&A
Wer steckt als Mensch hinter dem Künstler FELINIO und wie bist du zur Musik gekommen?
Also, eigentlich heiße ich Felix Renner. Ich lebe und arbeite hauptsächlich in München als E- und Kontrabassist in verschiedenen Formationen und Projekten. Das Spektrum ist ziemlich breit gefächert: von Jazz/Bigband über Theatermusik, Musicals und klassische Orchester bis hin zur Partyband auf Firmenfeiern und Hochzeiten ist alles dabei. Zur Musik bin ich schon als Kind über den „klassischen“ Weg gekommen: Musikalische Früherziehung, Blockflöte, später dann Klarinette und Saxofon – bis ich schließlich den E Bass für mich entdeckt habe. Zum Glück gab es an meiner Schule ein großes musikalisches Angebot seitens der Lehrkräfte. So war ich bald in der Schul-Bigband, im Orchester, im Chor und in der Schulband aktiv. Die Entscheidung, Musik zu studieren, kam dann irgendwie ganz automatisch – vielleicht auch mangels Alternativen. Rückblickend hätte mich auch ein Schauspielstudium interessiert. Aber als Sänger und Bassist in einem Projekt wie FELINIO ist man ja irgendwie beides … 😀
„Greifarmautomat“ klingt großartig. Wer war deine Muse oder Inspiration für den Song?
Eine spezielle „Muse“ hatte ich für Greifarmautomat eigentlich nicht. Die Idee, einen Song über einen Greifarmautomaten zu schreiben, entstand ursprünglich eher als Scherz. Inzwischen finde ich die Idee nicht nur witzig, sondern auch ziemlich cool – weil es sowas meiner Meinung nach noch nicht gibt. Mich fasziniert dieses Spiel auf eine ganz bestimmte Weise, die ich gar nicht richtig beschreiben kann. Es ist einfach so dumm und gleichzeitig so geil – und am Ende des Tages meistens einfach nur ein riesiger Scam. Die Melodie der Chorus-Zeile und der Text dazu kamen mir vor etwa anderthalb Jahren im Italienurlaub, eher zufällig. Vermutlich hatte ich auf der Hinfahrt irgendwo an einer Raststätte oder in einem der großen Supermärkte mit einem Greifarmautomaten gespielt.
“Stell dir ein nices Date mit deinem Crush in einer Arcade-Spielhalle vor…” Was ist dein Lieblingsspiel zurzeit?
Die besten Spiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe – beziehungsweise die beste Spielreihe – waren definitiv die ZELDA-Spiele für die Nintendo Switch: Breath of the Wild und Tears of the Kingdom. Zwei absolute Empfehlungen!
Wie sieht dein kreativer Prozess aus, und was ist für dich der schwierigste Part beim Songwriting?
Meistens beginnt alles mit einer fixen Idee – einer Art „Keimzelle“. Das kann ganz unterschiedlich sein: eine Textzeile, eine Akkordfolge, ein Drumbeat, eine Basslinie, die mir im Kopf rumschwirrt, oder eine Melodie. Manchmal ist es auch einfach nur ein Gefühl oder ein Zustand, den ich beschreiben möchte. Von da aus versuche ich dann, einen Song zu schreiben. Ich vergleiche den Prozess gerne mit dem LEGO-Spielen früher: Ich habe eine Kiste voller bunter Steine und fange einfach an zu bauen. Ob am Ende ein Auto, ein Raumschiff oder ein Greifarmautomat entsteht, weiß ich am Anfang oft noch nicht genau. Oft verwerfe ich Song-Demos wieder oder lasse sie erst mal ruhen, bevor ich Tage oder Wochen später weiter daran arbeite.
Wenn du auf die Musikentwicklung der letzten Jahre zurückblickst – was waren für dich die großen Gamechanger?
Der größte – leider negative – Gamechanger war definitiv die Corona-Pandemie. Die Musik- und Kulturlandschaft hat dadurch massiv gelitten, und die Nachwirkungen sind immer noch spürbar.

Welchen Song hättest du gerne selbst geschrieben?
Das ist echt schwer zu sagen, weil es einfach so viele großartige Songs gibt – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen: mal wegen des Textes, mal wegen der Musik, mal aus ökonomischer Sicht, oder des Gesamtpakets. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich Blinding Lights von The Weeknd wählen. Nicht nur, weil es offenbar der meistgestreamte Song aller Zeiten ist, sondern auch, weil ich ihn musikalisch einfach unfassbar stark finde!
Soziale Medien sind heutzutage beinahe unverzichtbar für Indie-Musiker. Wie nutzt du dieses Potenzial?
Aktuell nutze ich überwiegend Instagram – das ist für mich so etwas wie die moderne Version einer Website. Außerdem bin ich natürlich auch auf TikTok unterwegs. So groß das (vermeintliche) Potenzial auch ist, so anstrengend und nervenaufreibend kann Social Media sein. Sich ständig neuen Content auszudenken, kostet viel Zeit und Energie. Man muss fast schon Influencer sein – dabei bleibt meiner Meinung nach viel zu wenig Zeit für das Wesentliche: das Kreative. Und natürlich bleibt dann auch ZELDA auf der Switch auf der Strecke … 😀
An welchen Projekten arbeitest du gerade und was können wir in naher Zukunft von dir erwarten?
Zurzeit arbeite ich an meiner neuen EP, die am 21. November 2025 erscheinen wird. Es gibt dafür sogar schon Tickets im Vorverkauf – falls ihr da noch nichts vorhabt …! Außerdem ist meine nächste Single bereits fertig und erscheint am Freitag, den 6. Juni. Parallel arbeite ich an meinem Live-Set weiter, denn im Sommer stehen einige Auftritte an, auf die ich mich riesig freue. Zum Beispiel spiele ich am 5. Juni im Ampere in München im Rahmen des Munich Rocks Festivals – das wird absolut smash! Kommt also gerne vorbei.
photo credit: Maxim Kaiser PROMO
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