„Nur Noch Gutes“ – A.HerrMann

A.HerrManns Nur Noch Gutes wirkt auf den ersten Blick wie ein schlichtes Singer‑Songwriter‑Stück, doch wer genauer hinhört, merkt schnell, dass die Zurückhaltung der Begleitung — zwei Gitarren, sparsam gesetzt — genau den Raum schafft, den der Text braucht. In diesem Raum entfaltet sich eine Erzählung, die nicht bloß klagt über die tägliche Negativflut, sondern, indem sie die Erschöpfung benennt, zugleich eine Gegenvision formt: eine Öffentlichkeit, die Gutes sichtbar macht. Die Spannung zwischen nüchternem Alltagszynismus und einer fast kindlich klaren Utopie zieht sich durch das Lied; A.HerrManns Sprache bleibt dabei so direkt, dass die politische Botschaft nicht predigt, sondern einlädt. Und weil die Melodie sich zurücknimmt, gewinnt die Forderung nach Toleranz und Solidarität an Gewicht — nicht als abstraktes Ideal, sondern als praktische Aufforderung, Narrative zu wählen, die verbinden. Minimalistisch in der Instrumentierung, maximal in der Intention, ist Nur Noch Gutes kein naiver Wunschzettel, sondern ein kleines, hartnäckiges Plädoyer: Hoffnung als Praxis, Medienkritik als Handlungsaufforderung und positive Geschichten als Bausteine einer anderen Öffentlichkeit.

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