
Mit Nöbi (österreichisch für „Nebel“) legt die Oberösterreicherin eine EP vor, die sich kompromisslos auf zwei Klangquellen stützt: Stimme und Baritonsaxophon. Aus diesen beiden Elementen formt sie ein ganzes Universum – rhythmisch, atmend, organisch. Die Produktion wirkt dabei nie minimalistisch, sondern konzentriert: Jeder Ton hat Gewicht, jede Schicht eine Funktion. Zwischen Indie‑Anklängen, Avantgarde‑Gesten und Singer‑Songwriter‑Intimität entsteht ein Sound, der sich nicht erklären muss, weil er sich selbst trägt. Die Fokus‑Tracks ene mene mu und Luftballon öffnen diesen Nebel auf unterschiedliche Weise. Ersterer tastet sich durch Identitätsfragen und Selbstzweifel, während letzterer mit schwebenden Saxophonfarben und vokalen Texturen eine fragile Leichtigkeit erzeugt. Inhaltlich kreist die EP um Unsicherheiten des Lebens – aber nicht als Drama, sondern als Zustand, den man durchhört. Nöbi ist ein Werk, das seine eigene Klangwelt so überzeugend formuliert, dass man ihr sofort folgen möchte.
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