Anfang – August August
„Anfang“ ist einer dieser Songs, die nicht mit einem großen Gestus beginnen, sondern mit einem inneren Zittern. August August – Kathrin Ost und David Hirst – erzählen vom Losgehen, obwohl noch nichts feststeht: Visionen, die berechtigt sind, Zweifel, die sich nicht wegdrücken lassen, und das Risiko, Grenzen zu überschreiten. Veränderung erscheint hier nicht als Triumph, sondern als verletzlicher, notwendiger Versuch. Musikalisch spannt sich ein weit geöffnetes Gitarrenfundament auf, irgendwo zwischen Indie‑Rock, Grunge und Dreampop. Die Gitarren wirken wie ein Raum, der gerade erst entsteht – roh, atmend, offen. Kathrin Osts markante Stimme legt sich darüber, ohne Unsicherheit zu glätten. Im Gegenteil: Sie begreift sie als Ausgangspunkt, als Material, aus dem Mut entsteht. Fein, subtil, hymnisch – August August zeigen, wie ein Song zum Moment wird, in dem man nicht mehr wartet, sondern geht.
Halbleeres Glas – Folkless
„Halbleeres Glas“ wirkt wie ein Tag, der schon beim Aufstehen zu hell ist. Die Ukulele schimmert wie ein offenes Fenster, durch das ein milder Wind streicht, das Bar‑Piano legt sich darüber wie ein frisch gedeckter Frühstückstisch – warm, einladend, beinahe kitschig. Doch in dieser Harmonie liegt ein kaum sichtbarer Sprung im Licht – nichts Dramatisches, eher ein leiser Schatten, der sich in den warmen Ton mischt. Draußen strahlt alles, drinnen bleibt es matter, als hätte der Tag eine Spur zu viel Helligkeit. Der Song lebt von diesem feinen Widerspruch: ein federleichter Indie‑Anstrich, unter dem eine stille Schwere pulsiert. Die Melodien tanzen, aber der Blick bleibt leicht verschoben, ein bisschen schief, ein bisschen müde. So entsteht ein Stück, das nicht nur Sommer malt, sondern auch das Gefühl, im schönsten Licht einen Schatten zu tragen – und darin mehr Wahrheit zu finden, als man zugeben möchte.
Love – The Next Movement
‘Love’ takes off straight away: a funk pulse, carried by a guitar that cuts through the room like a flickering beam of light – at times glowing and raw, at others velvety and deeply rooted in the groove, always with that floating elegance that bathes the entire track in a vibrant, warm glow. The band plays with a warmth that seems to rise from glowing tubes – a sound that breathes, pulses and immediately reveals every nuance. Behind this musical force lies a clear emotional stance – the lyrics describe love as a force that strengthens, moves and sets boundaries. Burdensome dynamics are cast aside, the gaze is directed upwards – coupled with a collective call for greater momentum, energy and shared transformation.
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