ListenNOW 18/26

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Ohne – MARMARA

„Ohne“ wirkt wie ein Gedanke, der sich – lange zurückgehalten und plötzlich unumkehrbar – seinen Weg nach außen bahnt. Der 5/4‑Takt, der das Stück leicht aus dem Gleichgewicht kippen lässt, trägt diese Erkenntnis: dass das Bild eines Menschen manchmal größer ist als der Mensch selbst. Die dunkle, flackernde Produktion, durchzogen von verzerrten Synths, baut einen Raum, der sich ständig neu sortiert, während die intimen Female Vocals eine Klarheit behaupten, die erst im Loslassen entsteht. Zwischen poetischen deutschen Lyrics und experimentellem Pop, der an Mine, error und RAR erinnert, aber nie in deren Formeln fällt, entsteht ein Song, in dem sich – fast beiläufig und doch unüberhörbar – eine künstlerische Vision schärft, die bereits über diesen Moment hinausweist.

French Toast – Glizzer

„French Toast“ fängt diesen einen Morgen ein, an dem man in einer fremden Wohnung aufwacht und das Herz kurz warm wird, bevor die Realität leise den Kopf schüttelt. Glizzer gießt dieses Zwischengefühl – halb Hoffnung, halb Stillstand – in eine neue‑neue‑deutsche‑Welle‑Skizze, die nach Pop und New‑Wave schmeckt, aber immer ein bisschen nach innen zeigt. Die Synths tragen eine weiche, fast schimmernde Melancholie, während die Vocals den ehrlich‑ironischen Schmerz liefern, der entsteht, wenn Nähe und Abschied im selben Atemzug auftauchen. Zwischen French Kisses, verbranntem Toast und dem Straßenbahn-Geruch eines frühen Werktags baut der Song ein kleines, flüchtiges Universum. „French Toast“ ist bittersüß, charmant verwackelt und genau deshalb so wahr.

Trap in Time – Angelzoom

Angelzoom’s ‘Trap in Time’ feels like a dark room in which a door slowly opens. The track thrives on a pulsating bassline that immediately builds tension, whilst the vocals drift over it like a cold breeze – close enough to touch, yet always slightly detached. The synth pads have a cinematic quality; they expand, shimmer briefly, and draw the song into an atmosphere that oscillates between melancholy and a quiet sigh of relief. It is precisely this shift that makes it so compelling: a sense of inner heaviness that dissolves almost imperceptibly in the chorus. Darkwave meets alternative electronic music, creating the perfect companion for night-time walks or playlists that don’t shy away from the darkness, but seek guidance within it.


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